Netzfund, Helium aus Katar
EILMELDUNG: Zweihundert Heliumbehälter sind derzeit im Persischen Golf gestrandet. Jeder Behälter enthält 41.000 Liter flüssiges Helium, gekühlt auf minus 269 Grad Celsius. Sie haben 35 bis 48 Tage Zeit, bevor die Kühlsysteme ausfallen, das Helium verdampft und das Gas in die Atmosphäre entweicht und für immer verloren ist. Diese Behälter waren für Halbleiterfabriken in Taiwan und Südkorea bestimmt, die 90 Prozent der weltweiten Hochleistungschips herstellen. Das Helium in den Behältern kühlt die Ultraviolett-Lithografiemaschinen, die Transistoren mit einer Strukturgröße von zwei Nanometern drucken. Ohne Helium können die Maschinen nicht funktionieren. Ohne die Maschinen existieren die Chips nicht. Ohne die Chips funktionieren die KI-Modelle nicht, die derzeit in diesem Krieg Ziele auswählen.
Diesen Zusammenhang hat bisher niemand erkannt. Dieselbe Straße von Hormus, durch die 20 Prozent des weltweiten Erdöls transportiert werden, transportiert auch das Helium, das die Maschinen kühlt, die die Chips herstellen, welche die künstliche Intelligenz antreiben, mit der das Pentagon die Operation Epic Fury durchführt. Maven, das KI-Zielsystem, das die Anzahl von 2.000 Analysten auf 20 reduzierte und in den ersten 24 Stunden über 1.000 Ziele auswählte, läuft auf Prozessoren von TSMC, die mit Helium aus Katar betrieben werden. Die Anlage in Ras Laffan, Katar, die 33 Prozent des weltweiten Heliumbedarfs als Nebenprodukt der LNG-Verarbeitung deckte, wurde am 18. und 19. März von iranischen Raketen angegriffen und erklärte höhere Gewalt. Die Lieferungen sind unterbrochen. Die Container liegen fest. Die Zeit drängt bei minus 269 Grad.
TSMC gibt an, über Lagerbestände für 6,2 Wochen zu verfügen und 68 bis 95 Prozent der Materialien vor Ort zu recyceln. Samsung hält etwa sechs Monate vor, ist aber zu 65 Prozent von Katar abhängig. Beide Unternehmen rationieren ihre Ressourcen für die Produktion von KI-Systemen und Speichermodulen mit hoher Bandbreite und reduzieren so die Produktion von Verbraucherchips, um die fortschrittlichen Fertigungsprozesse aufrechtzuerhalten. Die Rechnung ist klar: Der Krieg hat Vorrang vor Ihrem nächsten Smartphone.
Die Alternative heißt China
Doch hier liegt das Paradoxon, das jeden Strategen in Washington beunruhigen sollte: Die KI, die die Ziele auswählt, benötigt Chips, die wiederum Helium benötigen, welches durch den vom Krieg blockierten Engpass transportiert werden muss. Die kognitive Infrastruktur der Luftkampagne hängt von einer Lieferkette ab, die durch die Luftkampagne zerstört wird. Jeder Angriff auf iranische Marineeinrichtungen, der die Blockade von Hormus um einen weiteren Tag verlängert, bedeutet einen weiteren Tag, an dem Heliumvorräte bei TSMC verbraucht werden. Jede Woche, die die Straße von Hormus gesperrt bleibt, bringt die Fabrik näher an die Rationierung. Jeder Kriegsmonat führt das KI-Zielsystem näher an den Punkt, an dem die Chips, auf denen es basiert, nicht mehr ersetzt werden können, weil das Gas, aus dem sie hergestellt wurden, in einem vor Fujairah treibenden Container verdampft ist.
Das Pentagon führt einen Krieg mit künstlicher Intelligenz, die in Taiwan mit Helium aus Katar hergestellt wird, das durch die vom Krieg blockierte Straße von Hormus transportiert wird. Der Krieg zerstört sich selbst.
Taiwan importiert 95 Prozent seiner Energie. 70 Prozent seines Öls wurden durch Hormus importiert. Allein TSMC verbraucht 10 Prozent des taiwanesischen Stroms. Die Insel, die 90 Prozent der weltweiten Halbleiterproduktion ermöglicht, wird mit Treibstoff aus dem abgesperrten Engpass betrieben, mit Gas aus der stillgelegten Anlage gekühlt und von Abfangraketen verteidigt, deren Kapazität schneller erschöpft ist, als sie ersetzt werden kann.
Und das Land, das die Seltenerdmagnete, das BeiDou-Navigationssystem, die alternativen Heliumquellen und die Friedensgespräche kontrolliert, ist dasselbe: China. Der Krieg wird enden, wenn das Helium ausgeht, wenn die Abfangraketen versagen oder wenn Peking es für richtig hält. Alle drei Uhren ticken. Alle drei führen zum selben Ziel.

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