Am 8. April 2025 hat uns Willibald Schlesinger für immer verlassen. Er hat sich von seinem schwerer Schlaganfall am 18. Juli 2024 leider nicht mehr erholt. Er hat in der Kopfklinik um sein Leben gekämpft, wurde zu früh in die Reha geschickt und danach in Nürnberg gepflegt.
Trauerrede vom 16.04.2025
16.04.25 Nachruf für Willibald Schlesinger
von Klaus Krestel
Wir nehmen heute Abschied von Willibald Schlesinger. Willibald war seit 2018 mein bester Freund und wir waren gemeinsam im Stadtrat der Stadt Nürnberg.
Willibald war der Einzige in der AfD Nürnberg mit kommunalpolitischer Erfahrung. Er war Mitglied bei den Republikanern und wurde für diese Partei in den Stadtrat von Stein gewählt. Er war auch Bürgermeisterkandidat für die Stadt Stein.
Ich habe Willibald in der gemeinsamen Vorstandsarbeit für den AfD Kreisverband Nürnberg kennen und schätzen gelernt. Willibald hat fast immer um seine Worte gerungen und man mußte ihm öfter auch die Gelegenheit geben seine Gedanken auszusprechen. Welche Probleme sich dadurch nach seinem schweren Schlaganfall am 18. Juli 2024 noch ergaben, konnte ich nicht ahnen.
Willibald hatte für jeden ein freundliches Wort und war immer um Ausgleich bemüht. Für Ihn hat das einmal gegebene Wort gegolten und er uns öfter mal gesagt, wir dürfen nicht so vergeßlich sein.
Wir trafen uns nach unserer Wahl in den Nürnberger Stadtrat fast täglich. Entweder waren wir in einer Gremiensitzung – egal ob wir Stimmrecht hatten oder nicht. Wir waren dort und haben viel gelernt.
Wir waren für die AfD auf der Straße. Wir haben in Nürnberg fast jede Kärwa besucht. Wir waren an unsern AfD-Mützen erkennbar und haben unseren Mitbürgern bewiesen, daß man in der AfD keine dreieckigen Köpfe hat.
Wir waren seit Juni 2020 regierungskritisch auf der Wöhrder Wiese. Diese ersten Veranstaltungen führten zu den Großdemonstrationen im August 2020 in Berlin von Querdenken und Ballweg. Wir haben erlebt wie die Querdenker im August 2020 uns plötzlich als Schicksalsbrüder wahrnehmen mußten.
Wir haben im Winter 2020-21 an der wöchentlichen Mahnwache in Gostenhof teilgenommen und waren im Frühjahr wieder auf den Nürnberg Kärwas und überregionalen Corona-Demonstrationen unterwegs. Wir haben viele Veranstaltungen der AfD besucht. Darunter waren Aufstellungsversammlungen und Parteitage oder Patriotische Treffen im Osten Deutschlands. Unter Pandemiebedingungen und als Ungeimpfte hatte Willi mit seinem genesenen Status (dieser Status wurde je nach Bedarf verlängert oder verkürzt ) zu kämpfen und er hat immer auf mein Testergebnis gewartet.
Um Ärger zu vermeiden haben wir einen Stammtisch, der bis heute existiert, aus Gastwirtschaften in mein Wohnzimmer verlegt. Willibald war immer einer der Ersten und hat für die notwendige Kontinuität gesorgt. Er hat meine Kandidatur für den Landtag 2023 unterstützt und wir haben kein Bierzelt ausgelassen.
Willibald hat zu einer einmal übernommener Verantwortung gestanden. Und war hart gegen sich selbst. Einen „leichten“ Schlaganfall hat er nicht ernst genommen und hat so gut es ging einfach weiter gemacht.
Seine Familie war Willibald ohne viele Worte wichtig. Wir wußten, daß er viele Geschwister hat und verheiratet ist. Auf seine zwei Töchter war er sehr stolz. Die Doktorarbeit für Mathematik hatte er täglich in seiner Stadtratsmappe dabei.
Wie ähnlich unsere Situation war, habe ich erst heute morgen beim Aufschreiben dieser Rede begriffen. Ich habe durch Corona und die Tätigkeit für die AfD spätestens 2020 mein altes Leben fast komplett aufgeben müssen. Willibald kannte diese Themen schon seit seiner Stadtratstätigkeit in Stein.
Seit dieser Zeit hatte ich eine wöchentlichen Termin. Ich war in Erlangen, in Bad Rodach und bis zuletzt im Hermann-Bezzel-Haus in Nürnberg. Wir haben uns meist nonverbal unterhalten, seine Augen haben mir die notwendige Kraft für unsere unruhigen Zeiten gegeben. Willibald Du fehlst nicht nur mir.
Nach dem Schlaganfall im Juli 2024 mußte ich Willi erst mal finden. Romeo hat mit geholfen Ihn in der Kopfklinik in Erlangen zu besuchen. Mein erster Besuch war ihm peinlich – für mich war er befreiend – Willibald hatte es überlebt.





Schreibe einen Kommentar