Das Beitragsbild wurde bereits im Oktober 2023 veröffentlicht – damals im Zusammenhang mit einem geschichtlichen Vortrag über Polen. Schon zu diesem Zeitpunkt war absehbar, dass es in der Mitte Europas erneut zu einer grundlegenden Entscheidung kommen könnte.
Russland ist sich einerseits bewusst, dass Deutschland mit seiner antirussischen Kriegsrhetorik als feindlich wahrzunehmen ist. Andererseits setzt die russische Politik weiterhin auf Verhandlungen und bringt den Vorschlag ein, Deutschland könne mit Gerhard Schröder als Verhandlungsführer eine Vermittlerrolle übernehmen.
Dieser Vorschlag, der auf einen langfristigen strategischen Ansatz schließen lässt, dürfte mit China abgestimmt sein. Auch ich gehe langfristig davon aus, dass sich die Weltordnung neu formiert und die Rolle der USA als Weltpolizist und unumstrittener Hegemon zunehmend vakant geworden ist.
Russlands Situation bleibt fragil. Die Angriffe aus dem Westen, unterstützt durch die Ukraine, können zwar abgewehrt, bislang jedoch nicht dauerhaft unterbunden werden. Einen Zweifrontenkrieg gilt es unbedingt zu vermeiden. Russland verfügt nicht über eine Bevölkerung, die bereit wäre, sich auf ein derartiges Vorhaben einzulassen – schon gar nicht mehrfach, wie es in Deutschland geschehen ist.
Russland beherrscht die größte zusammenhängende Landmasse der Erde und verfügt über enorme Rohstoff- und Bergbauressourcen. Gleichzeitig ist das Land den anderen globalen Akteuren hinsichtlich der Bevölkerungszahl deutlich unterlegen. Im Zeitalter der Massenvernichtungswaffen ist dies zwar kein unüberwindbares Problem, für das russische Selbstverständnis jedoch von weit größerer Bedeutung als beispielsweise für die Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Staat hat bereits bei seiner Gründung die indigene Bevölkerung nahezu ausgelöscht.
Die Reaktionen innerhalb der EU auf den russischen Vorschlag zeigen, dass es noch dauern dürfte, bis dieser ernsthaft in Betracht gezogen wird. Die heutigen Eliten haben gelernt, die Realität erfolgreich auszublenden, und zugleich weitgehend den Bezug zu ihren Bevölkerungen verloren.


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