Kleines Greiskraut (Senecio vulgaris)
Das Kleine Greiskraut gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und zählt zu den häufigsten Wildkräutern Europas. Es besiedelt Gärten, Gemüsebeete, Äcker, Wegränder und Pflasterfugen. Aufgrund seiner schnellen Entwicklung kann es bereits wenige Wochen nach der Keimung Samen bilden.
Bestimmungsmerkmale
Wuchshöhe 10–40 cm
Stängel
- aufrecht bis aufsteigend
- meist verzweigt
- leicht gerillt
- wenig behaart bis kahl
Blätter
- wechselständig
- tief gelappt bis fiederteilig
- unregelmäßig gezähnt
- weich
- Blattgrund umfasst den Stängel mit kleinen Öhrchen
Blüten
- gelbe Röhrenblüten
- keine oder nur sehr kurze gelbe Zungenblüten sichtbar
- Blütenköpfchen bleiben meist geschlossen
- Hüllblätter grün mit schwarzen Spitzen
Früchte
- weiße Pusteblume ähnlich dem Löwenzahn
- mehrere tausend Samen pro Pflanze möglich
- Samen werden durch Wind verbreitet
Blütezeit
- Fast ganzjährig
Hauptblüte:
- März bis November
Bei mildem Winter:
- Blüten auch im Dezember bis Februar möglich.
Standort
Bevorzugt:
- lockere Böden
- nährstoffreiche Erde
- Gartenbeete
- Kompost
- Äcker
- Wege
- Pflasterritzen
- Schuttplätze
Liebt:
- Stickstoff
- Sonne bis Halbschatten
Ökologischer Wert
Die Blüten liefern:
- Pollen
- etwas Nektar
Besucht von:
- Wildbienen
- Schwebfliegen
- kleinen Käfern
Durch die lange Blütezeit stellt das Kleine Greiskraut selbst im Spätherbst noch Nahrung für Insekten bereit.
Verwendung (Früher)
In der Volksheilkunde wurde es verwendet bei:
- Blutungen
- Menstruationsbeschwerden
- Wundheilung
- Entzündungen
Heute spielt es medizinisch praktisch keine Rolle mehr.
Inhaltsstoffe (Enthält unter anderem):
- Pyrrolizidinalkaloide
- Bitterstoffe
- Flavonoide
- Gerbstoffe
- Giftigkeit
- ⚠ Giftig
Die enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide können:
- die Leber schädigen,
- sich im Körper anreichern,
- bei Nutztieren Vergiftungen verursachen.
Für Menschen geht von gelegentlichem Hautkontakt keine Gefahr aus. Ein Verzehr wird jedoch nicht empfohlen.
Auch Heu oder Silage mit größeren Anteilen Greiskraut sollte für Weidetiere vermieden werden.
Bedeutung im Garten
Vorteile:
- frühe und späte Insektennahrung
- Bodenbedeckung
- zeigt nährstoffreiche Böden an
Nachteile:
- enorme Samenproduktion
- schnelle Ausbreitung
- Konkurrenz für Jungpflanzen
- in Gemüsebeeten oft unerwünscht
Bekämpfung (am besten):
- vor der Samenreife ausziehen
- möglichst mit der Wurzel entfernen
Die Pflanze ist einjährig und lässt sich im lockeren Boden meist leicht entfernen.
Verwechslungsgefahr
Verwechselbar mit:
- Wald-Greiskraut (Senecio sylvaticus)
- Gewöhnlichem Greiskraut anderer Senecio-Arten
Das Kleine Greiskraut erkennt man besonders gut an den fast immer geschlossenen Blütenköpfchen mit den schwarzen Spitzen der Hüllblätter.
Wissenswertes
Der Name Greiskraut leitet sich vom althochdeutschen Wort „gris“ (= grau, greis) ab. Gemeint ist der weiße Samenstand, der an graues Haar erinnert.
Eine einzelne Pflanze kann mehrere Generationen pro Jahr hervorbringen. Unter günstigen Bedingungen entstehen innerhalb einer Vegetationsperiode mehrere tausend Nachkommen.
Verwendungskalender
| Monat | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
| Blätter | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● |
| Blüte | ○ | ○ | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ○ |
| Samen | ○ | ○ | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ○ |
Legende: ● = häufig · ○ = bei milder Witterung möglich
Einschätzung für den Naturgarten
Das Kleine Greiskraut ist ein typischer Pionier auf offenen Bodenstellen. In einem Naturgarten muss es nicht grundsätzlich entfernt werden, solange es sich nicht unkontrolliert ausbreitet. Wer Nutztiere hält oder Samenflug in Beete vermeiden möchte, sollte die Pflanzen spätestens kurz vor der Fruchtreife entfernen. Aufgrund seiner nahezu ganzjährigen Blüte besitzt es trotz seiner Giftigkeit einen gewissen ökologischen Wert als Nahrungsquelle für Insekten.


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