Weißklee (Trifolium repens)
Der Weißklee gehört zu den Schmetterlingsblütlern (Fabaceae) und ist eine der häufigsten Wildpflanzen Europas. Er bildet kriechende Ausläufer und kann dadurch große Flächen besiedeln. Als Stickstoffsammler verbessert er die Bodenqualität und gilt als wichtige Futter-, Bienen- und Wildpflanze.
Steckbrief
| Merkmal | Beschreibung |
| Deutscher Name | Weißklee |
| Wissenschaftlicher Name | Trifolium repens |
Familie Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
| Wuchsform | Ausdauernde, kriechende Staude |
| Höhe | 5–20 cm |
| Blüte | Weiß bis leicht rosa, kugelige Blütenköpfchen |
| Blütezeit | Mai bis Oktober |
| Lebensdauer | Mehrjährig |
Erkennungsmerkmale
- kriechende, an den Knoten wurzelnde Ausläufer
- dreiteilige Blätter
- häufig heller, halbmondförmiger Fleck auf jedem Blatt
- runde weiße Blütenköpfchen
- Blüten verfärben sich beim Altern leicht bräunlich
- einzelne Blüten besitzen die typische Form der Schmetterlingsblütler
Standort
Bevorzugt:
- Wiesen
- Rasen
- Wegränder
- Gärten
- Parks
- Weiden
- Böschungen
Er wächst bevorzugt auf:
- frischen Böden
- mäßig nährstoffreichen Standorten
- sonnigen bis halbschattigen Lagen
- Verdichtete Böden werden meist gut vertragen.
Sammelzeit
| Pflanzenteil | Monate |
| junge Blätter | März–Oktober |
| Blüten | Mai–September |
| Samen | August–Oktober |
Verwendung in der Küche
Essbar sind:
- junge Blätter
Blüten
- junge Triebspitzen
Verwendung:
- Salate
- Wildkräuterquark
- Kräuterbutter
- Smoothies
- Suppen
- Blüten als essbare Dekoration
- Tee
Der Geschmack ist mild, leicht süßlich und erinnert etwas an junge Erbsen.
Inhaltsstoffe
- Eiweiß
- Vitamin C
- Beta-Carotin
- Kalium
- Calcium
- Magnesium
- Flavonoide
- Isoflavone
- Gerbstoffe
- ätherische Öle (geringe Mengen)
Heilpflanze
Traditionell verwendet bei:
- Erkältungen
- Husten
- leichter Entzündung
- Hautreizungen
- Frühjahrskuren
Die wissenschaftliche Evidenz für viele dieser Anwendungen ist begrenzt. Weißklee wird heute vor allem in der Volksheilkunde genutzt.
Bedeutung für Tiere
Eine der wertvollsten Pflanzen überhaupt für:
- Honigbienen
- Wildbienen
- Hummeln
- Schmetterlinge
Außerdem wichtiges Futter für:
- Kaninchen
- Hasen
- Rehe
- Weidetiere
Bedeutung für den Garten
Weißklee
- bindet Luftstickstoff über Knöllchenbakterien an den Wurzeln,
- verbessert dadurch die Bodenfruchtbarkeit,
- schützt den Boden vor Austrocknung,
- liefert Nahrung für zahlreiche Insekten,
- verdrängt auf offenen Flächen teilweise unerwünschte Beikräuter.
Verwechslungsgefahr
Rotklee (Trifolium pratense)
- größere Pflanze
- rosa bis purpurrote Blüten
- aufrechter Wuchs
Hopfenklee (Medicago lupulina)
- kleinere gelbe Blüten
- später schwarze Samenstände
Hornklee (Lotus corniculatus)
- gelbe Blüten
- keine kugeligen Blütenköpfchen
Giftige Doppelgänger sind praktisch nicht bekannt.
Kulturgeschichte
Weißklee begleitet den Menschen seit Jahrtausenden als Futterpflanze. Bereits im Mittelalter wurde erkannt, dass kleereiche Felder die Erträge nachfolgender Kulturen verbessern. Heute ist Weißklee weltweit Bestandteil vieler Wiesenmischungen.
Das berühmte vierblättrige Kleeblatt ist eine seltene Mutation des Weißklees und gilt seit Jahrhunderten als Glückssymbol.
Verwendungskalender
| Monat | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez |
| Junge Blätter | – | – | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | – | – |
| Blüten | – | – | – | – | ● | ● | ● | ● | ● | (●) | – | – |
| Sammeln | – | – | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | ● | – | – |
Interessantes
- Eine einzelne Pflanze kann durch ihre Ausläufer mehrere Quadratmeter besiedeln.
- Ein Hektar Weißklee kann unter günstigen Bedingungen mehrere hundert Kilogramm Stickstoff pro Jahr biologisch binden und so den Boden auf natürliche Weise anreichern.
- Weißklee gehört zu den wichtigsten Trachtpflanzen für die Honigproduktion.
- Vierblättrige Kleeblätter entstehen nur selten; Schätzungen reichen von etwa einem auf 5.000 bis zu einem auf 10.000 Blättern.
Fazit
Weißklee ist weit mehr als ein gewöhnliches „Rasenunkraut“. Er verbessert den Boden, ernährt zahlreiche Insekten, dient als Futter- und Wildgemüse und besitzt eine lange Tradition als Heilpflanze. Aufgrund seiner Robustheit und seines ökologischen Nutzens zählt er zu den wertvollsten heimischen Wildpflanzen und sollte in naturnahen Gärten möglichst erhalten werden.


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