Stechapfel

Wildkraut gemeiner Stechapfel

Gemeiner Stechapfel (Datura stramonium)

Der Gemeine Stechapfel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Ursprünglich stammt er vermutlich aus Mittelamerika und ist heute weltweit verbreitet. In Deutschland wächst er bevorzugt auf nährstoffreichen Ruderalflächen und in Gärten.

Der Stechapfel zählt zu den giftigsten Wildpflanzen Mitteleuropas. Alle Pflanzenteile enthalten stark wirksame Tropanalkaloide.

Erkennungsmerkmale

  • Wuchshöhe: 30–150 cm
  • Stängel: kräftig, grün bis violett überlaufen, glatt
  • Blätter: groß, eiförmig, unregelmäßig gezähnt bis gelappt
  • Blüten: groß, weiß bis leicht violett, trichterförmig
  • Blütezeit: Juni bis Oktober
  • Früchte: kugelige, dicht bestachelte Samenkapseln
  • Samen: schwarz, nierenförmig

Inhaltsstoffe (Hauptwirkstoffe):

  • Hyoscyamin
  • Atropin
  • Scopolamin

Diese Alkaloide wirken stark auf das Nervensystem.

Standort

Bevorzugte Bedingungen

  • sonnig
  • warm
  • stickstoffreiche Böden

Typische Fundorte

  • Kompostplätze
  • Misthaufen
  • Gemüsegärten
  • Baustellen
  • Ruderalflächen
  • Schuttplätze
  • Wegränder

Blütezeit

  • Juni bis Oktober
  • Die Blüten öffnen sich häufig am Abend und bleiben bis zum nächsten Vormittag geöffnet.

Essbarkeit

Nicht essbar.

  • Alle Pflanzenteile sind hochgiftig.
  • Bereits geringe Mengen können zu schweren Vergiftungen führen.

Heilpflanzliche Bedeutung

Historisch wurde der Stechapfel verwendet:

  • gegen Asthma
  • als krampflösendes Mittel
  • als Schmerzmittel

Heute werden seine Wirkstoffe ausschließlich in genau dosierten Arzneimitteln eingesetzt. Eine Selbstanwendung der Pflanze ist wegen der unvorhersehbaren Wirkstoffgehalte lebensgefährlich.

Vergiftungssymptome

Bereits kleine Mengen können verursachen:

  • trockener Mund
  • stark erweiterte Pupillen
  • Herzrasen
  • Halluzinationen
  • Verwirrtheit
  • Krampfanfälle
  • Atemlähmung

Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist sofort ärztliche Hilfe erforderlich.

Verwechslungsmöglichkeiten

Im Jungstadium mit:

  • Schwarzem Nachtschatten
  • Bilsenkraut
  • jungen Gemüsepflanzen

Später ist der Stechapfel durch seine großen Blüten und die stachelige Frucht nahezu unverwechselbar.

Ökologischer Wert

Die großen Blüten werden unter anderem von:

  • Nachtfaltern
  • Hummeln
  • verschiedenen Wildbienen

besucht.

Die Samen dienen einigen Vogelarten als Nahrung, ohne dass diese die Giftstoffe in gleicher Weise beeinträchtigen wie Säugetiere.

Hinweise

Der Stechapfel ist eine wärmeliebende Pionierpflanze. Seine Samen können jahrzehntelang im Boden überdauern und keimen oft erst nach Bodenbearbeitung oder Störungen.

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