Besenrauke

Wildkraut Besenrauke

Besenrauke (Descurainia sophia)

Die Besenrauke gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie ist eine ein- bis zweijährige Wildpflanze und wächst bevorzugt auf nährstoffreichen, gestörten Böden. Ihren Namen verdankt sie den fein zerteilten Blättern, die an einen kleinen Besen erinnern.

Erkennungsmerkmale

  • Wuchshöhe: 20–100 cm
  • Stängel: aufrecht, schlank, verzweigt
  • Blätter: mehrfach fein gefiedert, fadenförmig zerteilt, graugrün
  • Blüten: sehr klein, weiß, vier Blütenblätter
  • Blütezeit: Mai bis August
  • Früchte: lange, schmale Schoten (Siliquen), dicht am Stängel stehend
  • Samen: klein, gelblich bis braun

Inhaltsstoffe: Die Besenrauke enthält unter anderem:

  • Senfölglykoside (Glucosinolate)
  • Flavonoide
  • Gerbstoffe
  • Vitamin C (vor allem junge Blätter)
  • Mineralstoffe

Wie bei vielen Kreuzblütlern entstehen beim Zerkleinern Senföle, die für den leicht scharfen Geschmack verantwortlich sind.

Standort (bevorzugte Bedingungen)

  • sonnig bis halbschattig
  • trockene bis mäßig feuchte Böden
  • nährstoffreiche, lockere Böden

Typische Fundorte

  • Wegränder
  • Mauerritzen
  • Schuttplätze
  • Baustellen
  • Bahndämme
  • Gärten
  • Gemüsebeete
  • Ruderalflächen

Blütezeit

  • Mai bis August
  • Fruchtbildung oft bis in den Herbst hinein.

Essbarkeit

Junge Blätter

  • essbar
  • würzig bis leicht scharf

Verwendung sparsam im Salat oder Kräuterquark

Samen

  • würzig
  • früher gelegentlich als Gewürz verwendet

Mit zunehmendem Alter werden Blätter und Stängel zäh und bitter.

Heilpflanzliche Verwendung

Historisch wurde die Besenrauke verwendet:

  • zur Förderung der Verdauung
  • leicht harntreibend
  • schleimlösend
  • gegen Frühjahrsmüdigkeit

Heute besitzt sie nur noch geringe Bedeutung in der modernen Phytotherapie.

Verwechslungsmöglichkeiten

Möglich sind Verwechslungen mit:

  • Ackersenf
  • Hederich
  • anderen Rauken
  • jungen Kreuzblütlern

Die fein fiederteiligen Blätter und die langen, schmalen Schoten machen die Besenrauke jedoch meist gut erkennbar.

Ökologischer Wert

Die Blüten bieten:

  • Nahrung für Wildbienen
  • Nahrung für Schwebfliegen
  • Nahrung für kleine Käfer

Die Samen dienen verschiedenen Vogelarten als Nahrung.

Hinweise

Die Besenrauke ist ein typischer Pionier auf gestörten Standorten. Sie besiedelt offene Bodenstellen oft sehr schnell und verschwindet wieder, sobald konkurrenzstärkere Pflanzen nachwachsen. Dadurch ist sie ein interessanter Zeiger für frisch gestörte oder offene Böden.


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