Breitwegerich

Wildkraut Breitwegerich

Breitwegerich (Plantago major)

Der Breitwegerich gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Er wächst nahezu weltweit und ist einer der häufigsten Begleiter des Menschen. Seinen Namen verdankt er den breiten, bodennahen Blättern sowie seinem häufigen Vorkommen entlang von Wegen.

Bestimmungsmerkmale

Wuchsform

  • mehrjährige, winterharte Pflanze
  • bildet eine flache Blattrosette
  • Wuchshöhe 10–40 cm

Blätter

  • breit eiförmig bis rundlich
  • deutlich ausgeprägte parallele Blattnerven (meist 5–9)
  • glatter oder leicht gewellter Blattrand
  • langer Blattstiel
  • bilden eine dichte Rosette

Blüten

  • kleine grünlich-weißliche Blüten
  • sitzen dicht an langen, aufrechten Blütenständen
  • unauffällig

Blütezeit

  • Mai bis Oktober

Samen

  • zahlreiche kleine braune Samen
  • Vermehrung ausschließlich über Samen
  • eine Pflanze kann mehrere Tausend Samen bilden

Inhaltsstoffe

Der Breitwegerich enthält unter anderem:

  • Schleimstoffe
  • Gerbstoffe
  • Aucubin
  • Allantoin
  • Flavonoide
  • Kieselsäure
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Calcium
  • Zink

Diese Stoffe erklären viele seiner traditionellen Anwendungen.

Standort bevorzugt:

  • Wege
  • Wiesen
  • Gärten
  • Rasen
  • Hofeinfahrten
  • Wegränder
  • verdichtete Böden

Er wächst sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten.

Ökologischer Wert

Der Breitwegerich ist ökologisch wertvoll. Er bietet:

  • Nahrung für zahlreiche Schmetterlingsraupen
  • Pollen für Wildbienen
  • Samen für verschiedene Vogelarten
  • Deckung für kleine Bodenlebewesen

Er gehört zu den typischen Pflanzen artenreicher Wiesen.

Essbarkeit

Essbar: Ja, verwendet werden:

  • junge Blätter
  • Blütenknospen
  • Samen

Geschmack

  • leicht pilzartig
  • mild
  • etwas herb
  • ältere Blätter werden zäh

Verwendung in der Küche (junge Blätter):

  • Salate
  • Kräuterquark
  • Wildkräuterbutter
  • Smoothies
  • Suppen

Ältere Blätter:

  • gekocht wie Spinat
  • Gemüsebeilage

Samen:

  • im Müsli
  • als Mehlzusatz

Blütenknospen:

  • kurz angebraten
  • ähnlich kleinen Champignons

Heilpflanze

Der Breitwegerich zählt zu den klassischen Heilpflanzen Europas.

Traditionell eingesetzt bei:

  • kleinen Wunden
  • Insektenstichen
  • Hautreizungen
  • Entzündungen
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Schleimhautreizungen

Äußerliche Anwendung

  • Frische Blätter, zerreiben und direkt auf die Haut legen. Volksheilkundlich gilt dies als hilfreich bei:
    • Mückenstichen
    • Brennnesselkontakt
    • kleinen Schürfwunden
    • Blasen an den Füßen

Innerliche Anwendung

  • Tee
  • Frischsaft
  • Sirup

Traditionell verwendet zur Linderung von Husten und zur Beruhigung gereizter Schleimhäute.

Ernte

Blätter:

  • April bis September

Blüten:

  • Juni bis August

Samen:

  • August bis Oktober

Am besten junge Blätter verwenden.

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Breitwegerich ist gut kenntlich.

Verwechslungen sind möglich mit:

  • Mittlerem Wegerich (Plantago media)
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Alle drei Arten sind essbar und werden traditionell als Heilpflanzen genutzt.

Besondere Eigenschaften

  • sehr trittfest
  • wächst selbst auf stark verdichteten Böden
  • regeneriert sich schnell
  • wichtiger Bodenanzeiger für verdichtete Standorte

Historische Verwendung

  • Schon in der Antike wurde Breitwegerich medizinisch genutzt.
  • Im Mittelalter gehörte er zu den wichtigsten Heilpflanzen in Klostergärten.

Volksnamen:

  • Wegekönig
  • Wegtritt
  • Heilblatt
  • Weggras

Seine Fähigkeit, selbst auf viel begangenen Wegen zu wachsen, machte ihn zum Sinnbild für Widerstandskraft und Ausdauer.

Monatliche Übersicht

MonatJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Blätter ernten    
Blüte      
Samen        

Legende:

● Hauptzeit ○ eingeschränkt


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