Zusammenfassung und Erläuterung
Entmenschlichung – eine Gefahr für jede Demokratie
Was ist Entmenschlichung?
Entmenschlichung beginnt nicht mit Gewalt. Sie beginnt viel früher. Sie beginnt in unseren Gedanken und in unserer Sprache. In dem Moment, in dem wir den Menschen hinter einer Meinung nicht mehr sehen.
Aus dem politischen Gegner wird plötzlich nur noch „der Rechte“, „der Linke“, „der Impfgegner“, „der Gutmensch“ oder „der Nazi“. Der Name verschwindet. Das Schicksal verschwindet. Der Mensch verschwindet.
Wie wird Entmenschlichung angewendet?
Sie beginnt oft mit Spott und Beleidigungen. Danach folgt die Unterstellung, der andere könne gar keine ehrlichen Motive haben. Selbst Mitgefühl wird als Heuchelei bezeichnet. Irgendwann zählt nicht mehr, was ein Mensch sagt oder tut – sondern nur noch, zu welcher Gruppe er angeblich gehört.
Damit verliert jeder Einzelne seine Würde als Mensch und wird nur noch zum Vertreter eines Feindbildes.
Warum ist das gefährlich?
Weil eine Demokratie vom Streit lebt – aber nicht vom Hass.
Wir dürfen unterschiedliche Meinungen haben. Wir dürfen heftig streiten. Aber wenn wir vergessen, dass auf der anderen Seite Menschen stehen, verlieren wir etwas viel Wertvolleres als eine politische Debatte.
Dann zerfällt das Vertrauen, das jede freie Gesellschaft zusammenhält.
Mein positiver Ausblick ist deshalb einfach:
Wir müssen nicht einer Meinung sein. Aber wir können einander die Menschlichkeit lassen. Wer seinem politischen Gegner die Menschenwürde zugesteht, gibt seine Überzeugungen nicht auf. Im Gegenteil: Er beweist Stärke
Lassen wir deshalb nicht zu, dass aus politischen Gegnern Feinde und aus Feinden unmenschliche Bilder werden.
Transkript
Guten Abend Nürnberg,
ich bin Klaus Krestel vom Team Menschenrechte aus der Stadt der Menschenrechte.
Und ich habe in den letzten Wochen einmal über die Vergewaltigungsopfer in Nürnberg gesprochen. Ich habe über die Demokratie gesprochen und zwar nur über die allgemeinen Demokratiegrundzüge und gehofft daß Ihr mir zustimmt und ich habe über Trauer gesprochen. Aufgrund Eurer Reaktionen und aufgrund der Reaktionen in Facebook habe ich wahrgenommen, daß ich entmenschlicht wurde.
Das heißt man hat mich verächtlich gemacht, man hat mich heruntergezogen und man hat mich nicht mehr als Mensch wahrgenommen.
Die Polizei weißt uns öfter darauf hin es ist zu berücksichtigen, daß auf beiden Seiten der Gatter Menschen stehen. Das wird jetzt zunehmend vergessen.
Und damit will ich es für heute bewenden lassen.
Danke


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